Privatinsolvenz

- Was ist das? -

Nicht selten ist die Verschuldungs- und die Einkommenssituation so, dass ein außergerichtlicher Vergleich mit allen Gläubigern nicht möglich ist. Hier hat der Gesetzgeber auch für Privatpersonen die Möglichkeit geschaffen, einen Neuanfang mittels einer Privatinsolvenz einzuleiten. Auf dieser Seite möchten wir Ihnen Erläuterungen rund um die Privatinsolvenz geben.

Grundvoraussetzung für die Verbraucherinsolvenz

  1. Eine natürliche Person muss zahlungsunfähig sein, also seine Einnahmen können die vorhandene Verbindlichkeiten nicht mehr decken.
  2. Es darf keine Selbstständigkeit bestehen. Falls dies in der Vergangenheit der Fall war, so dürfen nicht mehr als 19 Gläubiger bestehen und es dürfen keine Verbindlichkeiten aus früheren Angestelltenverhältnissen mehr bestehen (z.B. offene Krankenversicherungsbeiträge oder Lohnsteuer).
  3. Vor dem Antrag auf Privatinsolvenz muss ein Versuch unternommen werden sich mit den Gläubigern außergerichtliche zu vergleichen. Dieser außergerichtlichen Einigungsversuch muss von einer anerkannten Stelle bescheinigt werden. Alle ADN Schuldnerberatungsstellen besitzen die erforderliche Anerkennung.

Beratungstermin oder Informationen?

Kontakt telefonisch und gebührenfrei:

Für Bayern | Bremen | Bremervörde | OHZ wählen Sie:

0800 - 724 13 98

Für Hamburg | übriges Bundesgebiet wählen Sie:

0800 - 399 90 00

Für Niedersachsen wählen Sie:

0800 - 101 23 24

oder über unser

Kontaktformular

Beratungsstelle in Ihrer Nähe bequem mit unserer Umkreissuche finden >>>

Wir begleiten Sie auf dem Weg in die Privatinsolvenz

Wir stehen Ihnen zur Seite und klären Sie auf

  • wir führen in Ihrem Namen mit Ihren Gläubigern die notwendigen Vergleichsverhandlungen
  • wir erstellen die notwendige Bescheinigung über den gescheiterten Vergleich
  • wir klären Sie über die Gegebenheiten der Privatinsolvenz auf
  • wir informieren Sie über mögliche Laufzeitverkürzungen
  • wir beraten Sie bei allen relevanten Fragen rund um die Restschuldbefreiung
  • wir setzen Sie über die gesetzlich auferlegten Pflichten (die sogenannten Obligenheiten) während der Verbraucherinsolvenz in Kenntnis

Zudem unterstützen wir Sie gern bei der Stellung des Insolvenzantrags und stehen Ihnen natürlich auch während der Insolvenz gerne für Fragen zur Verfügung.

Der Antrag auf Privatinsolvenz - Das ist zu beachten -

  • Nach dem offiziellen Scheitern des außergerichtlichen Vergleichs muss innerhalb von sechs Monaten der Antrag auf Verbraucherinsolvenz gestellt werden.
  • Der Antrag muss beim zuständigen Amtsgericht (am Wohnort des Antragstellers) eingereicht werden.
  • In dem Antrag muss zusätzliche der Antrag auf Restschuldbefreiung mit gestellt werden.
  • Es sollte auch ein Antrag auf Verfahrenskostenstundung mit gestellt werden. Ansonsten müssten zunächst die Verfahrenskosten gezahlt werden, bevor das Insolvenzverfahren eröffnet wird.
  • Im Antrag müssen nach besten Wissen und Gewissen alle Gläubiger aufgelistet werden. Die ADN Schuldnerberatungsstellen fügen dem Antrag automatisch die entsprechende Gläubigerliste hinzu.

So geht es nach der Antragsstellung weiter

  • Nachdem der Antrag beim Insolvenzgericht eingegangen ist dauert es in der Regel ca. 2-4 Wochen bis das Insolvenzverfahren eröffnet wird.
  • Sie erhalten den Eröffnungsbeschluss, in dem auch der zuständige Insolvenzverwalter mitgeteilt wird.
  • Der Insolvenzverwalter wird zur Verwaltung des Vermögens eingesetzt. Er wird sich zunächst einen Überblick über mögliche Vermögensgegenstände wie beispielsweise ein Auto verschaffen. Zudem wird mit der Antragsstellung der pfändbare Anteil des Einkommens für die Dauer der Insolvenz an den Insolvenzverwalter abgetreten.
  • Der Insolvenzverwalter wird alle Gläubiger anschreiben und sie dazu auffordern die jeweilige Schuldsumme zur Insolvenztabelle anzumelden. Nur wenn Gläubiger Ihre Forderung anmelden nehmen Sie auch am Insolvenzverfahren teil.

Der Ablauf und die Phasen der Verbraucherinsolvenz

  • Die Privatinsolvenz besteht aus zwei Teilen - dem eröffneten Insolvenzverfahren und der Restschuldbefreiungsperiode.
  • Das Insolvenzverfahren dauert in der Regel ca. 6-12 Monate. Nach Feststellung der tatsächlichen Schuldsumme und ob beim Antragssteller sogenannte verwertbare Masse vorhanden ist, wird das Insolvenverfahren geschlossen und es schließt sich die Restschuldbefreiungsperiode oder auch die sogannte Wohlverhaltensperiode an.
  • Die Dauer der Privatinsolvenz und die Erlangung der Restschuldbefreiung beträgt seit dem 1. Juli 2014 nach dem die "2 Stufe" der Insolvenzrechrsreform in Kraft getreten ist:
    • im Normalfall 6 Jahre - unabhängig von jeglicher Schuldentilgung
    • 5 Jahre - wenn innerhalb dieser fünf Jahre die Verfahrenskosten beglichen werden
    • 3 Jahre - bei erfolgreicher Tilgung von 35% der vom Gericht festgestellten Schuldsumme und der Verfahrenskosten
    • oder nach Bezahlung der durch die Gläubiger zum Insolvenzverfahren angemeldeten Forderungen

Die Obligenheiten und die Erteilung der Restschuldbefreiung

Um die Restschuldbefreiung zu erlagen müssen in der Insolvenz die folgenden Obligenheiten erfülltt werden:

  • Ausübung einer angemessenen Erwerbstätigkeit oder Nachweis des Bemühens um eine entsprechende Tätigkeit. Dies gilt natürlich nicht bei Arbeitsunfähigkeit oder in der Rentenzeit.
  • Nachkommen von Auskunfts- und Mitwirkungspflichten. Dem Insolvenzgericht und dem Insolvenzverwalten muss Auskunft über Änderungen im wirtschaftlichen und persönlichen Bereich gegeben werden. Dazu gehört unter Anderem ein Wohnortwechsel oder auch der Verlust oder die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit.
ADN Schuldnerberatung Insolvenz Motiv

Werden die Obligenheiten erfüllt so steht am Ende des Verfahrens die Restschuldbefreiung und damit die Schuldenfreiheit.


Für weitere Fragen zur Privatinsolvenz und allen anderen Themen im Rahmen einer Verschuldung stehen Ihnen unsere ADN Schuldnerberatungsstellen an über 50 Standorten in ganz Deutschland zur Verfügung. Hier finden Sie einen Überblick über unsere Schuldnerberatungsstellen >>>